Arabisch kennt zwei Ziffernreihen. Die, die wir in Europa benutzen, stammt ursprünglich aus demselben Kulturraum – im arabischsprachigen Raum selbst wird daneben bis heute eine zweite Reihe verwendet, die ostarabischen Ziffern. Beide stehen für dieselben Werte.
Die gute Nachricht für Anfänger: Zahlen werden auch im Arabischen von links nach rechts geschrieben, obwohl der Text von rechts nach links läuft.
Die Ziffern 0 bis 10
| Wert | Ziffer | Zahlwort | Aussprache |
|---|---|---|---|
| 0 | ٠ | صفر | ṣifr |
| 1 | ١ | واحد | wāḥid |
| 2 | ٢ | اثنان | ithnān |
| 3 | ٣ | ثلاثة | thalātha |
| 4 | ٤ | أربعة | arbaʿa |
| 5 | ٥ | خمسة | chamsa |
| 6 | ٦ | ستة | sitta |
| 7 | ٧ | سبعة | sabʿa |
| 8 | ٨ | ثمانية | thamāniya |
| 9 | ٩ | تسعة | tisʿa |
| 10 | ١٠ | عشرة | ʿaschara |
Zwei Ziffern führen regelmäßig zu Verwirrung: ٥ ist die Fünf, nicht die Null. Und ٦ ist die Sechs, sieht aber aus wie unsere Sieben. Das ist der häufigste Anfängerfehler beim Lesen von Seitenzahlen.
Das Wort für Null, ṣifr, ist übrigens dasselbe wie unser Wort „Ziffer” – und über das Italienische auch der Ursprung von „Chiffre”.
Die Zahlen 11 bis 20
Ab hier gibt es ein Muster: die Einerzahl kommt zuerst, danach folgt eine feste Form von „zehn”.
| Wert | Zahlwort | Aussprache |
|---|---|---|
| 11 | أحد عشر | aḥada ʿaschar |
| 12 | اثنا عشر | ithnā ʿaschar |
| 13 | ثلاثة عشر | thalāthata ʿaschar |
| 14 | أربعة عشر | arbaʿata ʿaschar |
| 15 | خمسة عشر | chamsata ʿaschar |
| 16 | ستة عشر | sittata ʿaschar |
| 17 | سبعة عشر | sabʿata ʿaschar |
| 18 | ثمانية عشر | thamāniyata ʿaschar |
| 19 | تسعة عشر | tisʿata ʿaschar |
| 20 | عشرون | ʿischrūn |
Wer 3 bis 9 kann, kann 13 bis 19 fast automatisch. Nur 11 und 12 haben eigene Formen, die man sich merken muss.
Die Zehner bis 100
| Wert | Zahlwort | Aussprache |
|---|---|---|
| 20 | عشرون | ʿischrūn |
| 30 | ثلاثون | thalāthūn |
| 40 | أربعون | arbaʿūn |
| 50 | خمسون | chamsūn |
| 60 | ستون | sittūn |
| 70 | سبعون | sabʿūn |
| 80 | ثمانون | thamānūn |
| 90 | تسعون | tisʿūn |
| 100 | مائة | miʾa |
Die Endung ‑ūn markiert die Zehner. Sie hängt sich an den Wortstamm der jeweiligen Grundzahl – wer die Grundzahlen kann, hat die Zehner fast geschenkt.
Zusammengesetzte Zahlen ab 21
Hier funktioniert Arabisch wie Deutsch: erst der Einer, dann der Zehner, verbunden mit „und”.
- 21 = واحد وعشرون – wāḥid wa-ʿischrūn – wörtlich „eins und zwanzig”
- 35 = خمسة وثلاثون – chamsa wa-thalāthūn – „fünf und dreißig”
- 99 = تسعة وتسعون – tisʿa wa-tisʿūn – „neun und neunzig”
Das wa- ist das Wörtchen „und”. Deutschsprachige Lernende haben hier einen Vorteil gegenüber Englischsprachigen: die Reihenfolge ist dieselbe wie in einundzwanzig.
Wo die Ziffern im Alltag auftauchen
Im Qurʾān stehen die Versnummern in ostarabischen Ziffern. Wer Sure und Vers nachschlagen will, braucht sie – das ist für die meisten Lernenden der praktische Grund, sie zu können.
In Lehrbüchern finden sich Seitenzahlen und Übungsnummern in beiden Reihen, je nach Herkunftsland des Buches.
Im Alltag hängt es stark von der Region ab. In Ägypten und den Golfstaaten sind die ostarabischen Ziffern verbreitet, in Marokko, Algerien und Tunesien dominieren die Ziffern, die wir auch verwenden.
Warum Zahlen ein guter Einstieg sind
Zahlen sind für Anfänger dankbar: Sie bestehen aus wenigen, immer gleichen Zeichen, haben keine Kontextformen wie die Buchstaben, und man kann sie sofort anwenden – Uhrzeit, Preise, Versnummern.
Für Kinder funktioniert das besonders gut. Zählen üben, Hausnummern lesen, Seitenzahlen suchen: das sind echte Aufgaben, die sich nicht wie Schule anfühlen und trotzdem das Schriftbild trainieren.
Ein Hinweis zur Aussprache: Bei chamsa (fünf) steht das ch für den Laut wie in Bach, nicht wie in ich. Und das Zeichen ʿ vor einem Vokal – wie in ʿaschara – steht für den Kehllaut ʿAin, der kein deutsches Gegenstück hat. Den bekommt man nur mit Korrektur richtig hin, nicht aus einer Tabelle.